Krimilesung und Podiumsdiskussion zum Thema "Gewalt gegen Frauen"

03. November 2026

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Foto: Andreas Hoehne

Das Frauenhaus in Landsberg kommt. Dies war die Botschaft des Abends bei der Lesung und Podiumsdiskussion der SPD Fuchstal-Kinsau am 29.10.2026 im Malura Museum in Oberdießen.

Zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ konnte die Ortsvorsitzende Beate Schnorfeil insgesamt rund 100 Frauen und eine ganze Reihe Männer begrüßen. Deren Anwesenheit zeige, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handle, über das man heute spreche.

Im Mittelpunkt der Diskussion, die von dem IT-Fachmann und Autor Marcus Schneider einfühlsam geleitet wurde, stand die Frage eines Frauenhauses in Landsberg. „Wir sind kurz vor dem Ziel“, teilte Margit Däubler, SPD-Stadträtin und Kreisrätin und Vorsitzende des Initiativkreises Frauenhaus Landsberg mit, denn ein Träger sei bereits gefunden, namentlich nannte sie ihn nicht. Nun stelle man den Antrag beim bayerischen Sozialministerium. 250 000 Euro werde das Landsberger Frauenhaus im Jahr kosten, dagegen ständen fast sechs Millionen Euro an Schaden, der durch die Gewalt an Frauen im Landkreis entstände. Kein Hehl machte Margit Däubler daraus, dass sich nach dem Amtsantritt von Daniela Groß die Haltung im Landratsamt zu einem Frauenhaus entscheidend geändert habe. Groß gehört zu den Gründungsmitgliedern des Initiativkreises. Dass man so weit sei, habe man vor ein paar Monaten nicht geglaubt, freute Däubler sich mit den Anwesenden.

SPD-Kreisrätin Hanni Baur widersprach der bisherigen Praxis im Landkreis, die von Gewalt betroffenen Frauen in angemieteten Räumen in Augsburg unterzubringen. Vor allem auch die Kinder wollten in ihrem sozialen Umfeld bleiben, meinte sie. Man habe man sie in den von Männern dominierten Kreistag nur belächelt, wenn sie das Thema angeschnitten habe, blickte sie zurück. Doch die weit verbreitete Vorstellung, man lebe im Landkreis in einer heilen Welt, wies sie mit dem Hinweis auf die 200 Anzeigen im Jahr zurück, dies seien zudem nur drei Prozent der tatsächlichen Fälle von Gewalt.

Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Bündnis90/Die Grünen) warnte davor, dass der Rechtsruck in der Gesellschaft das traditionelle Rollenverständnis der Frau transportiere, was ein Nährboden für Gewalt sein könne. Wichtig sei es, Kinder in den sozialen Medien für das Thema zu sensibilisieren. Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge (SPD) bezeichnete Deutschland als kein sicheres Land für Frauen. „Meine Geduld ist am Ende“, meinte sie und forderte klare gesetzliche Regeln zu deren Schutz.

In der „ersten Halbzeit“ des Abends, wie es Marcus Schneider salopp formuliert hatte, las Thea Fischer, Autorin aus dem Landkreis Landsberg, aus ihrem neuesten Kriminalroman „Der Tod kennt deinen Namen“. Darin begegnet die „Heldin“ Lena Meister in ihrer „Agentur für besondere Fälle“ verschiedenen Formen der Gewalt gegen Frauen. Schneider bezog hierzu jeweils Carmen Wegge ein, die erläuterte, wie sie persönlich und die Bundesregierung dem begegneten. So etwa durch die Einstufung der KO-Tropfen als gefährliche Waffe oder bei dem langen Weg der Umsetzung der Istanbul-Konvention durch die Verabschiedung des Gewalthilfegesetzes. Darin werden die Bundesländer verpflichtet, eine flächendeckende Struktur an Frauenhausplätzen und Beratungsstellen zur Verfügung zu stellen.

Geld für die Ausstattung des Frauenhauses und der Beratungsreinrichtung hatten Hanni Baur und Margit Däubler als ihren größten Wunsch für das nächste Jahr bezeichnet. Dies fand bei den Anwesenden im Malura Museum durchaus Gehör, sie spendeten an dem Abend rund 800 Euro für den Initiativkreis, Thea Fischer hatte auf ein Honorar verzichtet.

Andreas Hoehne

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